Der Lagerkostensatz gibt an, welcher Anteil des Warenwerts es kostet, einen Artikel ein Jahr lang im Lager zu halten. Er wird fast überall geschätzt, dabei lässt sich sein größter Bestandteil aus der Finanzierungsstruktur des Unternehmens herleiten.
Diese Seite zeigt, woraus der Satz besteht, woher jede einzelne Zahl kommt und wie aus Bilanz und Kostenrechnung ein belegbarer Prozentwert wird. Wie Sie mit diesem Wert anschließend die Bestellmenge berechnen, steht auf einer eigenen Seite, dazu unten mehr.
Der Lagerkostensatz ist ein Prozentwert pro Jahr, bezogen auf den Wert der gelagerten Ware. Ein Satz von 18 Prozent bedeutet: Ein Artikel im Wert von 100 Euro kostet 18 Euro, wenn er ein Jahr lang im Regal liegt.
Drei Begriffe werden in Betrieben durcheinander benutzt, und das führt regelmäßig zu Fehlern. Lagerkosten sind ein absoluter Betrag in Euro, meist für das gesamte Lager. Lagerhaltungskosten umfassen in den meisten Quellen die Lagerkosten und zusätzlich die Kosten des gebundenen Kapitals, also alles, was das Halten von Bestand kostet. Der Lagerkostensatz, gleichbedeutend auch Lagerhaltungskostensatz, ist keine Summe, sondern ein Verhältnis: Kosten geteilt durch Bestandswert. Nur in dieser Form ist er in einer Bestellmengenrechnung verwendbar.
Die Grundformel ist entsprechend schlicht. Alles, was daran anspruchsvoll ist, steckt in den beiden Größen darin.
Lagerkostensatz = ( Kapitalbindungskosten + übrige Lagerhaltungskosten ) ÷ durchschnittlicher Bestandswert
Maßgeblich ist der durchschnittliche Bestandswert über das Jahr, nicht der Stichtagswert aus der Inventur. Wer den Bestand zum Jahresende misst, misst in vielen Betrieben den niedrigsten Stand des Jahres und erhält dadurch einen zu hohen Satz.
Fünf Kostenarten, von denen die erste in der Regel die größte ist. Zu jeder gehört eine Quelle im Unternehmen, aus der sich die Zahl holen lässt.
Was es kostet, dass Geld in Ware steckt statt zur Verfügung zu stehen. Meist der größte Posten und der einzige, der sich nicht aus einer Rechnung ablesen lässt. Quelle: Bilanz und Finanzierungsstruktur, siehe den nächsten Abschnitt.
Miete oder kalkulatorische Miete der Lagerfläche, Regale, Flurförderzeuge, Energie und der Anteil des Lagerpersonals, der auf das Halten entfällt. Quelle: Kostenstellenrechnung, ersatzweise die Anteile aus der Gewinn- und Verlustrechnung.
Die Prämie für die Warenversicherung, oft ohnehin schon als Promillesatz des Warenwerts vereinbart und dann direkt übernehmbar. Quelle: die Police.
Der Teil des Bestands, der jedes Jahr verschwindet oder unbrauchbar wird. Quelle: Ihre Inventurdifferenzen der letzten Jahre, als Wert und nicht als Stückzahl.
Abschriften auf Ware, die technisch überholt, abgelaufen oder unverkäuflich geworden ist. Der Posten mit den größten Unterschieden zwischen Artikelgruppen. Quelle: Abschreibungen auf Vorräte und Verschrottungsbuchungen.
Anfrage, Prüfung, Buchung und Wareneingang sind Bestellkosten und stehen in der Bestellmengenrechnung an anderer Stelle. Wer sie in den Lagerkostensatz zieht, zählt sie doppelt und verschiebt das Ergebnis in beide Richtungen zugleich.
Wie Sie diese Kostenarten in Ihrer Buchhaltung tatsächlich erfassen und daraus den absoluten Jahresbetrag ermitteln, steht auf der Seite Lagerkosten berechnen.
Kapital, das in Ware steckt, kostet genau so viel wie das Kapital, mit dem das Unternehmen insgesamt arbeitet. Der Maßstab ist deshalb der gewichtete Kapitalkostensatz aus Eigen- und Fremdkapital.
Der Gedanke dahinter ist einfach. Ein Euro, der im Regal liegt, ist ein Euro, der nicht Schulden tilgt und nicht investiert wird. Was er kostet, hängt davon ab, wie das Unternehmen finanziert ist. Ein Betrieb mit hoher Fremdfinanzierung und teuren Kreditlinien zahlt für gebundenes Kapital mehr als ein eigenkapitalstarker Betrieb, und genau dieser Unterschied verschwindet, sobald man mit einer Faustregel arbeitet.
Kapitalkostensatz = Eigenkapitalquote × Eigenkapitalkosten + Fremdkapitalquote × Fremdkapitalzins × ( 1 − Steuersatz )
Warum der Fremdkapitalzins gemindert wird: Zinsen sind Aufwand und senken den zu versteuernden Gewinn. Ein Kredit zu 5,5 Prozent belastet ein Unternehmen mit 30 Prozent Steuerquote also effektiv nur mit 3,85 Prozent. Diesen Effekt wegzulassen ist der häufigste Fehler bei dieser Rechnung und führt zu einem zu hohen Satz.
Die drei Eingangsgrößen sind unterschiedlich leicht zu bekommen. Die Quoten stehen in der Bilanz, Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme. Der Fremdkapitalzins ergibt sich aus dem Zinsaufwand geteilt durch die verzinslichen Verbindlichkeiten, wobei Lieferantenverbindlichkeiten nicht dazugehören. Die Eigenkapitalkosten stehen nirgends, und darum geht es im nächsten Abschnitt.
Für einen ersten Überschlag lässt sich der Eigenkapitalanteil auch weglassen und nur mit dem versteuerten Fremdkapitalzins rechnen. Das ist schneller, unterschätzt die Kapitalbindung aber systematisch, und zwar umso stärker, je eigenkapitalstärker das Unternehmen ist. Im Beispiel weiter unten lägen die beiden Ergebnisse gut drei Prozentpunkte auseinander, nämlich 2,5 statt 5,65 Prozent.
Ein mittelständisches Unternehmen hat keinen Börsenkurs, aus dem sich Eigenkapitalkosten ableiten ließen. Diese Zahl ist deshalb eine begründete Entscheidung und keine Messung, und genau so sollte sie behandelt werden.
Das ist der unangenehme Punkt jeder Herleitung, und die meisten Darstellungen gehen darüber hinweg. Es gibt drei gangbare Wege, und alle drei sind vertretbar, solange offen liegt, welcher gewählt wurde:
Die Renditeerwartung der Gesellschafter. Was erwarten die Eigentümer von ihrem eingesetzten Kapital, wenn sie es im Unternehmen lassen statt es zu entnehmen. Diese Zahl kennt die Geschäftsführung, sie ist nur selten ausgesprochen.
Ein Branchenwert mit Zuschlag. Aus veröffentlichten Kapitalkosten börsennotierter Unternehmen derselben Branche, ergänzt um einen Aufschlag dafür, dass Anteile an einem Mittelständler nicht handelbar sind. Der Aufschlag ist eine Schätzung, aber eine begründete.
Die beste Alternative im eigenen Haus. Welche Rendite bringt die nächste Investition, die mangels Mittel nicht gemacht wird. Für viele Betriebe der greifbarste Weg, weil er ohne Kapitalmarkttheorie auskommt.
Entscheidend ist nicht, welchen Weg Sie wählen, sondern dass die Zahl begründet, aufgeschrieben und mit der Geschäftsführung abgestimmt ist. Genau das ist der Unterschied zur Faustregel: Dort steckt dieselbe Annahme ebenfalls drin, nur unausgesprochen und von niemandem entschieden. Woher meine Einordnung dazu stammt, steht unter Davide Elias Pedroso Bussu, Berater für Bestandsmanagement.
Der Lagerzinssatz ist die Lehrbuchform der Kapitalbindungskosten. Er gibt an, welcher Anteil des Warenwerts während der durchschnittlichen Lagerdauer an Zinsen anfällt. Die Formel ist richtig, entscheidend ist aber, auf welche Größe man ihn anwendet: auf den Wareneinsatz oder auf den durchschnittlichen Lagerbestand.
Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz ÷ durchschnittlicher Lagerbestand
durchschnittliche Lagerdauer = 360 ÷ Umschlagshäufigkeit
Lagerzinssatz = Jahreszinssatz × durchschnittliche Lagerdauer ÷ 360
Die 360 stehen für das kaufmännische Jahr mit zwölf Monaten zu je 30 Tagen. An der folgenden Überlegung ändert das nichts.
Durchschnittlicher Lagerbestand 300.000 Euro, Wareneinsatz 1.500.000 Euro im Jahr, Jahreszinssatz 8 Prozent. Daraus ergeben sich eine Umschlagshäufigkeit von 5, eine durchschnittliche Lagerdauer von 72 Tagen und ein Lagerzinssatz von 1,6 Prozent. Wie die Umschlagshäufigkeit selbst berechnet und gedeutet wird, steht auf einer eigenen Seite.
angewendet auf den Wareneinsatz:
1.500.000 × 1,6 % = 24.000 Euro
angewendet auf den Lagerbestand:
300.000 × 1,6 % = 4.800 Euro
Zur Kontrolle: 300.000 Euro, die das ganze Jahr über gebunden sind, kosten bei 8 Prozent 300.000 × 8 % = 24.000 Euro. Die erste Anwendung trifft die tatsächlichen Jahreskosten, die zweite liegt um den Faktor 5 darunter. Wie sich Kapitalbindungskosten für einzelne Phasen und Aufträge berechnen lassen, steht unter Kapitalbindung berechnen.
Warum das so ist. Die Lagerdauer steckt in beiden Größen. Der durchschnittliche Lagerbestand ist nichts anderes als der Wareneinsatz eines Jahres, gewichtet mit dem Anteil des Jahres, den die Ware im Lager verbringt: 1.500.000 × 72 ÷ 360 = 300.000. Der Lagerzinssatz enthält denselben Anteil ein zweites Mal: 8 % × 72 ÷ 360 = 1,6 %.
Wer den Lagerzinssatz auf den Wareneinsatz anwendet, berücksichtigt die Lagerdauer genau einmal und erhält die Zinsen, die das gebundene Kapital im Jahr kostet. Wer ihn auf den Lagerbestand anwendet, berücksichtigt sie zweimal. Das Ergebnis sind dann die Zinsen für eine einzige durchschnittliche Lagerdauer, also für 72 Tage, und nicht für ein Jahr. Der Unterschied entspricht deshalb immer genau der Umschlagshäufigkeit. Bei einem Lager, das zwölfmal im Jahr umschlägt, liegt ein falsch angewendeter Lagerzins um den Faktor 12 zu niedrig.
Für den Lagerkostensatz folgt daraus eine einfache Regel: Auf den durchschnittlichen Bestandswert gehört der Jahreszinssatz, auf den Wareneinsatz der Lagerzinssatz. Beide Wege führen zu denselben 24.000 Euro. Nur die Kombination aus Lagerbestand und Lagerzinssatz führt in die Irre.
Offen bleibt damit die zweite Frage, welcher Jahreszinssatz überhaupt einzusetzen ist. Die Lehrbuchformel nimmt einen marktüblichen Zinssatz an. Welcher Satz tatsächlich zu Ihrem Unternehmen passt, hängt von der Finanzierung ab und lässt sich herleiten, wie weiter oben unter Kapitalbindungskosten herleiten gezeigt.
Ein Musterbetrieb mit selbst gewählten Zahlen. Sie zeigen den Rechenweg, sie sind kein Erfahrungswert und keine Empfehlung für Ihr Unternehmen.
Eigenkapitalquote 35 Prozent, Eigenkapitalkosten mit der Geschäftsführung auf 9 Prozent festgelegt, Fremdkapitalzins 5,5 Prozent, Steuersatz 30 Prozent.
0,35 × 9 % + 0,65 × 5,5 % × 0,70
= 3,15 % + 2,50 %
= 5,65 %
Durchschnittlicher Bestandswert über das Jahr: 1.800.000 Euro. Raum und Handling 126.000 Euro, Versicherung 9.000 Euro, Schwund und Wertverlust 45.000 Euro, zusammen 180.000 Euro.
180.000 ÷ 1.800.000 = 10,0 %
5,65 % + 10,0 % = 15,65 %, gerundet 15,7 %
Bemerkenswert daran ist die Richtung. Der hergeleitete Satz liegt unter der verbreiteten Faustregel von 20 bis 25 Prozent, nicht darüber. Das ist kein Zufall dieses Beispiels: In Betrieben mit solider Finanzierung und normalem Sortiment fällt die Herleitung häufig niedriger aus als der Pauschalwert, in Betrieben mit teurer Finanzierung oder hohem Veralterungsrisiko höher.
Die Herleitung senkt den Satz also mindestens so oft, wie sie ihn hebt. Sie ist kein Sparprogramm, sondern eine Korrektur in die jeweils richtige Richtung. Wie sich das auf die Bestandshöhe insgesamt auswirkt, steht in der Übersicht Bestandsmanagement: gebundenes Kapital im Lager senken und, mit Blick auf die Bilanz, unter Potenzial im Bestand.
Der Lagerkostensatz steht in der Bestellmengenformel unter der Wurzel. Ein zu hoher Satz führt zu zu kleinen Bestellmengen und damit zu mehr Bestellungen im Jahr.
Jahresbedarf 900 Stück, Bestellkosten 80 Euro je Vorgang, Einstandspreis 240 Euro.
mit 15,7 %: √( 2 × 900 × 80 / ( 240 × 0,157 ) ) ≈ 62 Stück
mit 22,0 %: √( 2 × 900 × 80 / ( 240 × 0,220 ) ) ≈ 52 Stück
Aus 14,5 Bestellungen im Jahr werden 17,3. Der Artikel hat sich nicht verändert, nur eine Annahme.
Und jetzt der Teil, den Sie selten irgendwo lesen: Auf diesen einen Artikel gerechnet sind das rund 35 Euro Mehrkosten im Jahr. Die Gesamtkostenkurve verläuft rund um ihr Minimum flach, ein Fehler beim Satz schlägt deshalb nicht dramatisch durch. Wer Ihnen erzählt, ein falscher Lagerkostensatz koste Sie ein Vermögen, rechnet nicht nach.
Der eigentliche Punkt ist ein anderer: Der Fehler ist systematisch. Er wirkt bei jedem Artikel in dieselbe Richtung, jedes Jahr aufs Neue, und niemand bemerkt ihn, weil das System eine berechnete Zahl anzeigt. Bei 600 vergleichbaren Artikeln wären es rund 21.000 Euro im Jahr, wobei kein Sortiment aus 600 vergleichbaren Artikeln besteht. Die Größenordnung stimmt trotzdem.
Dazu kommt die zweite Wirkung, die sich nicht beziffern lässt: Derselbe Satz entscheidet über jede Rabattstaffel, jede Mindestbestellmenge und jede Frage danach, ob sich ein Jahresvorrat lohnt. Wie die Rechnung selbst funktioniert, steht auf der Seite Optimale Bestellmenge berechnen, woher die Formel stammt und warum der Satz ausgerechnet unter der Wurzel im Nenner landet, unter Andler-Formel. Die zugehörige Bestellauslösung steht im Bestellpunktverfahren.
Alle vier kommen in der Praxis regelmäßig vor, und keiner davon fällt auf, weil das Ergebnis in jedem Fall plausibel aussieht.
Frachtanteile, Zölle oder Handlingpauschalen, die bereits im Einstandspreis stecken, wandern zusätzlich in den Lagerkostensatz. Dann wird derselbe Aufwand zweimal berücksichtigt, einmal in der Bewertung und einmal im Satz.
Die Halle steht auch dann, wenn der Bestand halbiert wird, und der Stapler wird nicht verkauft. Wer die vollen Raumkosten in den Satz nimmt, unterstellt eine Einsparung, die kurzfristig nicht eintritt. Sauberer ist, nur den Teil anzusetzen, der sich mit dem Bestand tatsächlich verändert, und die Fixkosten getrennt zu betrachten. Wie sich beide Teile trennen lassen, steht unter Lagerkosten berechnen.
Die Abschriften auf einige wenige Ladenhüter werden über das gesamte Sortiment verteilt. Dadurch bekommen gängige Artikel einen zu hohen Satz und die eigentlichen Problemartikel einen zu niedrigen, also genau verkehrt herum.
Der häufigste Fall. Der Wert stammt aus einer Systemeinführung vor Jahren, die Zinsen haben sich seitdem verändert, die Finanzierung auch. Der Satz rechnet weiter mit einer Welt, die es nicht mehr gibt.
Einmal im Jahr mit dem Jahresabschluss, weil dann alle Eingangsgrößen ohnehin vorliegen. Dazwischen nur, wenn sich eine der Größen deutlich verändert hat.
Anlässe für eine Neuberechnung außer der Reihe sind eine veränderte Zinslage, eine neue Finanzierung oder Umschuldung, ein Lagerumzug mit anderen Raumkosten und ein Bestandsniveau, das sich deutlich verschoben hat. In allen vier Fällen ändert sich nicht die Methode, sondern nur eine Eingangsgröße.
Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass die Herleitung dokumentiert ist. Ein Satz, dessen Rechenweg jemand nachvollziehen kann, lässt sich in fünf Minuten aktualisieren. Ein Satz ohne Herleitung muss jedes Mal neu erfunden werden, und genau deshalb bleibt er meistens stehen. Wie das im Rahmen einer Auswertung Ihrer Daten abläuft, steht unter Bestandsanalyse. Die Einordnung in mein Vorgehen finden Sie unter Bestellpolitiken und Sicherheitsbestand herleiten.
In der Literatur und in Systemen finden sich meist Werte zwischen 15 und 25 Prozent. Diese Spanne ist als Plausibilitätsprüfung brauchbar und als Rechengrundlage nicht, weil sie über Unternehmen mit völlig unterschiedlicher Finanzierung und unterschiedlichem Sortiment gemittelt ist. Liegt Ihr hergeleiteter Wert weit außerhalb, lohnt die Prüfung der Eingangsgrößen, nicht die Anpassung an die Faustregel.
Kapitalbindungskosten, Raum- und Handlingkosten, Versicherung, Schwund und Wertverlust. Der größte Posten sind in der Regel die Kapitalbindungskosten, und die lassen sich aus der Finanzierungsstruktur des Unternehmens herleiten, statt sie zu schätzen. Nicht hinein gehören die Kosten des Bestellens, die stehen in der Bestellmengenrechnung an anderer Stelle.
Zum Teil. Die Kapitalbindung kostet für jeden Artikel gleich viel, denn das Geld ist dasselbe. Der Wertverlust unterscheidet sich dagegen erheblich, ein Normteil aus Stahl veraltet nicht, eine Elektronikkomponente oder ein Artikel mit Haltbarkeitsdatum schon. Sinnvoll ist deshalb ein gemeinsamer Basissatz plus ein Zuschlag je Artikelgruppe für die Veralterung.
Nur der Anteil, der auf das Halten entfällt, also Umlagerungen, Inventuren und Bestandspflege. Kommissionieren, Verpacken und Versenden hängen an der Menge, die durch das Lager fließt, und nicht daran, wie lange sie dort liegt. Diese Trennung ist mühsam, aber sie entscheidet darüber, ob der Satz einen Bezug zur Bestandshöhe hat.
Für die saubere Herleitung ja, weil Eigenkapitalquote, Zinsaufwand und die Kostenpositionen dort stehen. Für einen ersten Überschlag reichen die Eigenkapitalquote, der Zinssatz Ihrer Hauptkreditlinie und eine grobe Summe der Lagerkosten. Der Überschlag zeigt bereits, ob Ihr heutiger Wert in der richtigen Größenordnung liegt.
Jahreszinssatz mal durchschnittliche Lagerdauer, geteilt durch 360. Bei 8 Prozent und 72 Tagen Lagerdauer sind das 1,6 Prozent. Angewendet wird dieser Satz auf den Wareneinsatz eines Jahres. Auf den durchschnittlichen Lagerbestand gehört dagegen der Jahreszinssatz, sonst liegen die Lagerzinsen um den Faktor der Umschlagshäufigkeit zu niedrig.
In der Regel keiner. Beide Begriffe bezeichnen denselben Prozentwert, der Kapitalbindung, Raum und Handling, Versicherung, Schwund und Wertverlust enthält. Einzelne Quellen rechnen die Kapitalbindung heraus und führen sie getrennt als Lagerzinssatz. Prüfen Sie deshalb bei fremden Zahlen, ob die Kapitalbindung enthalten ist, bevor Sie sie mit Ihren vergleichen.
Die berechnete Bestellmenge fällt zu klein aus, Sie bestellen häufiger als nötig und zahlen mehr Bestellkosten. Der Bestand sinkt dabei, das sieht auf den ersten Blick nach einem Erfolg aus. Tatsächlich haben Sie Kapitalbindung gegen Prozesskosten getauscht, ohne dass jemand diesen Tausch entschieden hätte.
Stand: August 2026
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