Methoden

ABC-Analyse: wie sie funktioniert und was sie im Lager verändert

Abstrakte Grafik: absteigend sortierte Balken mit Summenkurve und drei Zonen für A-, B- und C-Artikel

Die ABC-Analyse sortiert ein Sortiment nach dem Jahresverbrauchswert und teilt es in drei Klassen. Sie beantwortet eine einzige Frage: Wo lohnt sich Aufwand? Was Sie mit der Antwort anfangen, steht nicht in der Analyse selbst.

Diese Seite zeigt das Vorgehen in sechs Schritten, rechnet ein Beispiel mit zehn Artikeln vollständig durch und behandelt die Frage, an der sich die meisten Prüfungsaufgaben entscheiden: wo genau die Grenze zwischen A, B und C liegt. Danach folgt der Teil, der im Betrieb den Unterschied macht, nämlich was aus den drei Klassen praktisch folgt. Am Ende stehen drei Übungsaufgaben mit Lösungsweg.

Was ist die ABC-Analyse?

Die ABC-Analyse ist ein Verfahren, das Artikel nach ihrem Anteil am Jahresverbrauchswert in drei Klassen einteilt. A-Artikel machen den größten Wertanteil bei wenigen Positionen aus, C-Artikel den kleinsten bei vielen Positionen. B liegt dazwischen.

Dahinter steht eine Beobachtung, die der italienische Ökonom Vilfredo Pareto Ende des 19. Jahrhunderts an der Verteilung von Grundbesitz machte: Ein kleiner Teil der Elemente trägt den größten Teil der Wirkung. Auf Lagerbestände übertragen heißt das, dass eine Minderheit der Artikel den Großteil des gebundenen Kapitals ausmacht. Das Verfahren als Managementwerkzeug wurde in den 1950er Jahren bei General Electric ausgearbeitet.

Wichtig ist, was die Analyse nicht tut. Sie sagt nicht, welcher Artikel wichtig ist, sondern nur, welcher viel Geld bindet. Ein C-Artikel für 40 Cent kann eine ganze Montagelinie stoppen. Die Klasse sagt etwas über den Wert aus, nicht über die Kritikalität. Wer beides verwechselt, spart am falschen Ende.

Angewendet wird das Verfahren nicht nur auf Artikel. Dieselbe Rechnung funktioniert für Kunden nach Umsatz, für Lieferanten nach Einkaufsvolumen und für Ersatzteile nach Verbrauch. Diese Seite bleibt beim Lagerbestand.

Wie führt man eine ABC-Analyse durch?

In sechs Schritten. Der erste ist der einzige, der Arbeit macht, und der letzte ist der einzige, der etwas verändert.

1. Jahresverbrauchswert je Artikel bilden

Verbrauchsmenge eines Jahres mal Einstandspreis. Nicht der Bestandswert, sondern der Verbrauchswert, also was im Jahr durch das Lager gelaufen ist. Beides zu verwechseln ist der häufigste Fehler und führt zu einer völlig anderen Klasseneinteilung.

2. Absteigend sortieren

Höchster Wert oben. Das ist der ganze Zauber des Verfahrens, alles Weitere ist Addition.

3. Prozentanteil je Artikel berechnen

Jahresverbrauchswert des Artikels geteilt durch die Summe aller Jahresverbrauchswerte.

4. Anteile kumulieren

Von oben nach unten aufaddieren. Die letzte Zeile muss 100 Prozent ergeben, das ist gleichzeitig Ihre Rechenkontrolle.

5. Klassengrenzen ziehen

Üblich sind rund 80 Prozent für A und rund 95 Prozent für B. Wo genau die Grenze fällt, ist eine Entscheidung und keine Rechnung, dazu unten ein eigener Abschnitt.

6. Je Klasse eine Regel festlegen

Der einzige Schritt, der etwas verändert. Eine Analyse ohne unterschiedliche Behandlung der Klassen ist eine Tabelle, kein Werkzeug.

Formel

Jahresverbrauchswert = Verbrauchsmenge pro Jahr × Einstandspreis
Wertanteil = Jahresverbrauchswert ÷ Summe aller Jahresverbrauchswerte × 100

ABC-Analyse an einem Beispiel

Zehn Artikel eines Maschinenbauers, zusammen 7.200.000 Euro Jahresverbrauchswert. Die Liste ist bereits absteigend sortiert, die Schritte 1 bis 4 sind in der Tabelle sichtbar.

Artikel Menge × Preis Wert % kum.
Steuerungs­modul1.200 × 3.0003.600.00050,0050,00
Servomotor900 × 1.2001.080.00015,0065,00
Getriebe­einheit500 × 1.800900.00012,5077,50
Sensorkabel9.000 × 60540.0007,5085,00
Pneumatik­zylinder1.500 × 240360.0005,0090,00
Klemmleiste24.000 × 12288.0004,0094,00
Sicherungs­automat6.000 × 30180.0002,5096,50
Kabel­verschraubung25.000 × 5125.0001,7498,24
Zylinder­schraube90.000 × 0,8072.0001,0099,24
Unterleg­scheibe220.000 × 0,2555.0000,76100,00

Menge in Stück pro Jahr, Preis und Wert in Euro. Die dicken Linien markieren die Klassengrenzen.

Aus den beiden markierten Grenzen ergibt sich diese Einteilung:

Klasse Positionen Wert Anteil Wert
A35.580.00077,5 %
B31.188.00016,5 %
C4432.0006,0 %
gesamt107.200.000100,0 %
Beobachtung 1

Die Wertanteile passen zu den Richtwerten

77,5 Prozent für A, 16,5 für B und 6,0 für C liegen alle drei in den Spannen der klassischen ABC-Analyse, wie sie auf Potenzial im Bestand stehen. Das ist kein Zufall des Beispiels, sondern der Grund, warum sich das Verfahren überhaupt durchgesetzt hat.

Beobachtung 2

Die Mengenverteilung passt nicht

Die Richtwerte sagen 5 bis 10 Prozent der Positionen für die A-Klasse. Hier sind es 30 Prozent, weil drei von zehn Artikeln eben 30 Prozent sind. An zehn Positionen zeigt sich eine Pareto-Verteilung nicht. Dafür braucht es mehrere hundert. In Lehrbuchbeispielen steht das selten dabei, es gehört aber dazu.

Wo liegt die Grenze zwischen A, B und C?

Es gibt keine berechenbare Grenze. Üblich sind rund 80 Prozent des kumulierten Werts für die A-Klasse und rund 95 Prozent für das Ende der B-Klasse. Das sind Konventionen, keine Ergebnisse.

Im Beispiel oben sehen Sie das Problem unmittelbar. Nach dem dritten Artikel stehen 77,5 Prozent, nach dem vierten bereits 85,0. Die 80-Prozent-Marke fällt zwischen zwei Zeilen, und das ist der Normalfall. Gewählt wurde der nähere Wert, also 77,5 Prozent mit drei A-Artikeln. Mit vier A-Artikeln wäre die Analyse ebenfalls vertretbar gewesen.

Die Entscheidung im Beispiel

A-Grenze: 77,50 % (Pos. 3) gegen 85,00 % (Pos. 4)
Abstand zur 80er-Marke: 2,5 gegen 5,0 Prozentpunkte
B-Grenze: 94,00 % (Pos. 6) gegen 96,50 % (Pos. 7)
Abstand zur 95er-Marke: 1,0 gegen 1,5 Prozentpunkte

In einer Prüfung genügt es, die gewählte Grenze zu nennen und die Wahl mit einem Satz zu begründen. Falsch ist nur, gar keine Begründung zu geben oder eine Grenze zu behaupten, die weiter entfernt liegt als die Alternative.

Im Betrieb ist die saubere Variante eine andere: Man sucht den Knick in der Kurve. Wenn zwischen zwei Artikeln der Wertanteil deutlich abfällt, ist dort die natürliche Grenze, auch wenn sie nicht bei 80 Prozent liegt. Ein Sortiment mit wenigen sehr teuren Teilen hat seine A-Grenze früher, ein gleichmäßig verteiltes später. Die starre Prozentmarke ist eine Notlösung für den Fall, dass die Kurve keinen Knick hat.

Gelegentlich wird eine vierte Klasse D ergänzt, für Artikel ohne Verbrauch im Betrachtungszeitraum. Das ist keine Erweiterung der Methode, sondern eine getrennte Liste, und sie ist oft die nützlichste von allen.

Warum die ABC-Analyse allein zu wenig ist

Die Analyse kennt nur eine Größe, den Wert. Sie weiß nicht, ob ein Artikel gleichmäßig oder sprunghaft verbraucht wird. Genau das entscheidet aber, wie gut er sich planen lässt.

Zwei A-Artikel mit identischem Jahresverbrauchswert können völlig verschiedene Aufgaben sein. Der eine läuft in jedem Monat mit derselben Menge, der andere wird dreimal im Jahr in großen Blöcken abgerufen. Für den ersten lässt sich ein Bestellpunkt sauber rechnen, für den zweiten führt dieselbe Rechnung zu einem Sicherheitsbestand, der entweder zu hoch oder nutzlos ist.

Dazu kommt die Verwechslung von Wert und Wichtigkeit aus dem ersten Abschnitt. Ein C-Artikel, der eine Anlage stillstehen lässt, gehört trotz seines Werts nicht in die Gruppe, für die eine grobe Sammelregel genügt. Diese Artikel muss man einzeln kennzeichnen, die Analyse findet sie nicht.

Eine dritte Grenze betrifft den Zeitraum. Die Analyse beschreibt ein vergangenes Jahr. Ein Artikel, der erst im Herbst eingeführt wurde, landet mit einem Teiljahresverbrauch zu weit unten. Wer die Klassen ungeprüft für das nächste Jahr übernimmt, plant mit einer veralteten Verteilung.

Die Konsequenz ist keine bessere ABC-Analyse, sondern eine zweite Achse.

Die XYZ-Analyse als zweite Achse

Die XYZ-Analyse teilt dieselben Artikel nach der Vorhersagbarkeit ihres Verbrauchs ein. X steht für gleichmäßig, Y für schwankend mit erkennbarem Muster, Z für unregelmäßig. Gemessen wird das über den Variationskoeffizienten.

Formel

Variationskoeffizient = Standardabweichung des Verbrauchs ÷ mittlerer Verbrauch

Gerechnet wird über die Perioden eines Jahres, meist zwölf Monate. Gebräuchliche Grenzen sind 0,5 und 1,0, also X bis 0,5, Y bis 1,0 und Z darüber. Auch das sind Konventionen, die je nach Branche anders gesetzt werden.

Der Variationskoeffizient ist dieselbe Größe, die auch in die Berechnung des Sicherheitsbestands eingeht. Wer die XYZ-Analyse gerechnet hat, hat die Vorarbeit für den Sicherheitsbestand bereits geleistet.

Beide Analysen zusammen ergeben neun Felder. Erst diese Kombination trägt eine Entscheidung, weil sie die zwei Fragen beantwortet, die zusammengehören: Wie viel Geld steckt drin, und wie gut lässt sich das planen?

Bestellpolitik und Servicegrad je Klasse

Aus jedem der neun Felder folgt eine andere Behandlung. Die Matrix ist keine Vorschrift, sondern ein Ausgangspunkt, der im Einzelfall geprüft gehört.

Feld Bestellpolitik Servicegrad
AXBestellpunkt, je Artikel gerechnet, kleine Losehoch, einzeln festgelegt
AYBestellpunkt mit erhöhtem Sicherheitsbestandhoch, einzeln festgelegt
AZauftragsbezogen beschaffen, möglichst kein Lagerbestandentfällt, Termin statt Bestand
BXBestellrhythmus, fester Taktmittel, je Gruppe
BYBestellrhythmus mit Zielbestandmittel, je Gruppe
BZBestellpunkt, Bedarf regelmäßig nachprüfenmittel, im Zweifel höher
CXSammelregel, große Lose, langer Takthoch, weil billig
CYSammelregel mit großzügigem Pufferhoch, weil billig
CZBestand prüfen, viele dieser Artikel sind LadenhüterEinzelfall

Ausgangspunkt für die Einordnung, kein Automatismus. Kritische Artikel gehören unabhängig von ihrer Klasse einzeln behandelt.

Die wichtigste Zeile ist CX. Bei C-Artikeln kostet ein hoher Servicegrad fast nichts, weil der Bestandswert klein ist. Ein Verwaltungsaufwand je Artikel lohnt dagegen nicht. Die richtige Antwort ist deshalb nicht wenig Bestand, sondern wenig Aufmerksamkeit bei reichlich Bestand. Wer bei C-Teilen spart, spart Kapital, das kaum vorhanden ist, und riskiert Stillstände, die teuer sind.

Die beiden Verfahren hinter der mittleren Spalte stehen ausführlich auf eigenen Seiten: das Bestellpunktverfahren für die Politiken, die an einer Bestandsgrenze auslösen, und das Bestellrhythmusverfahren für die, die an einem festen Takt hängen. Wie der Servicegrad in der rechten Spalte zu einer Zahl wird, steht unter Sicherheitsbestand berechnen.

Wie sich die Klassen im Lagerverhalten unterscheiden, also wie oft sich A-, B- und C-Bestände tatsächlich umschlagen, steht durchgerechnet unter Lagerumschlagshäufigkeit. In welcher Reihenfolge die ABC-Analyse innerhalb eines Bestandsprojekts kommt, steht unter Bestandsoptimierung.

Typische Fehler

Vier davon begegnen mir regelmäßig, und drei kosten direkt Geld.

Bestandswert statt Verbrauchswert. Der häufigste Rechenfehler. Wer den Lagerbestand am Stichtag nimmt statt den Jahresverbrauch, misst, was zufällig da liegt, und nicht, was durchläuft. Ein Artikel mit einer einzigen großen Bestellung kurz vor dem Stichtag wandert damit fälschlich nach oben.

Verkaufspreis statt Einstandspreis. Verschiebt die Reihenfolge zugunsten der Artikel mit hoher Spanne. Für die Frage, wo Kapital gebunden ist, zählt der Einstandspreis. Was ein Artikel im Lager tatsächlich kostet, steht unter Lagerkostensatz.

Analyse ohne Konsequenz. Die Tabelle wird erstellt, abgeheftet und ändert an keiner einzigen Bestellregel etwas. Das ist der teuerste Fehler, weil er den ganzen Aufwand entwertet.

C-Teile totsparen. Siehe oben. Bei C-Artikeln liegt der Hebel nicht im Bestand, sondern im Verwaltungsaufwand.

Wenn Sie diesen Durchgang nicht selbst machen wollen: Die Auswertung des Sortiments mit anschließender Ableitung der Bestellregeln ist genau der Inhalt einer Bestandsanalyse.

Übungsaufgaben mit Lösung

Drei Aufgaben mit steigendem Anspruch. Alle Zahlen gehen ohne Taschenrechner auf.

Übungsaufgabe 1

Fünf Positionen, Werte gegeben

Aufgabe: Ein Lager führt fünf Artikel mit folgenden Jahresverbrauchswerten: 60.000, 20.000, 10.000, 6.000 und 4.000 Euro. Bilden Sie die Klassen mit den Grenzen 80 und 95 Prozent.

Lösung:

Summe = 60.000 + 20.000 + 10.000 + 6.000 + 4.000 = 100.000
Pos. 1: 60,0 %, kumuliert 60,0 %
Pos. 2: 20,0 %, kumuliert 80,0 %
Pos. 3: 10,0 %, kumuliert 90,0 %
Pos. 4: 6,0 %, kumuliert 96,0 %
Pos. 5: 4,0 %, kumuliert 100,0 %

Ergebnis: Die A-Grenze liegt auf exakt 80,0 Prozent, also A gleich Position 1 und 2. Die B-Grenze liegt zwischen 90,0 und 96,0 Prozent, näher an 95 ist 96,0, also B gleich Position 3 und 4 mit 16,0 Prozent. C ist Position 5 mit 4,0 Prozent.

Übungsaufgabe 2

Sechs Positionen, Menge und Preis gegeben

Aufgabe: Bilden Sie die Jahresverbrauchswerte und anschließend die Klassen. Hydraulikpumpe 500 Stück zu 160 Euro, Ventilblock 3.500 zu 20 Euro, Druckschlauch 2.500 zu 10 Euro, Schnellkupplung 6.000 zu 2,50 Euro, Dichtscheibe 12.000 zu 0,50 Euro, Splint 20.000 zu 0,20 Euro.

Lösung:

Hydraulikpumpe 500 × 160 = 80.000, 40,0 %, kum. 40,0 %
Ventilblock 3.500 × 20 = 70.000, 35,0 %, kum. 75,0 %
Druckschlauch 2.500 × 10 = 25.000, 12,5 %, kum. 87,5 %
Schnellkupplung 6.000 × 2,50 = 15.000, 7,5 %, kum. 95,0 %
Dichtscheibe 12.000 × 0,50 = 6.000, 3,0 %, kum. 98,0 %
Splint 20.000 × 0,20 = 4.000, 2,0 %, kum. 100,0 %
Summe = 200.000

Ergebnis: Die A-Grenze fällt zwischen 75,0 und 87,5 Prozent. Näher an 80 ist 75,0 mit einem Abstand von 5,0 gegenüber 7,5, also A gleich Hydraulikpumpe und Ventilblock mit 75 Prozent. Die B-Grenze liegt auf exakt 95,0 Prozent, also B gleich Druckschlauch und Schnellkupplung mit 20 Prozent. C sind Dichtscheibe und Splint mit 5 Prozent.

Übungsaufgabe 3

Zuordnung zur Bestellpolitik

Aufgabe: Ordnen Sie jedem Artikel ein Feld der ABC-XYZ-Matrix zu und nennen Sie die passende Bestellpolitik. Artikel 1: hoher Wertanteil, Verbrauch in jedem Monat nahezu gleich. Artikel 2: hoher Wertanteil, Verbrauch dreimal im Jahr in großen Blöcken, Termine vorher bekannt. Artikel 3: geringer Wertanteil, gleichmäßiger Verbrauch, Stückpreis 12 Cent. Artikel 4: geringer Wertanteil, seit acht Monaten kein Abgang.

Lösung:

Artikel 1 = AX, Bestellpunkt je Artikel, kleine Lose
Artikel 2 = AZ, auftragsbezogen beschaffen
Artikel 3 = CX, Sammelregel, große Lose
Artikel 4 = CZ, Bestand prüfen, Ladenhüterverdacht

Ergebnis: Bei Artikel 2 ist entscheidend, dass die Termine bekannt sind. Dann ist die Schwankung kein Planungsproblem, sondern ein Beschaffungstermin, und ein Sicherheitsbestand wäre die falsche Antwort. Bei Artikel 3 ist ein hoher Servicegrad richtig, weil er bei 12 Cent Stückpreis fast nichts kostet. Artikel 4 gehört in keine laufende Bestellregel, sondern auf eine getrennte Liste.

Häufige Fragen zur ABC-Analyse

Was ist die ABC-Analyse einfach erklärt?

Ein Verfahren, das alle Artikel nach ihrem Jahresverbrauchswert sortiert und in drei Klassen teilt. A-Artikel binden den größten Teil des Kapitals bei wenigen Positionen, C-Artikel den kleinsten bei vielen. Der Zweck ist, den Steuerungsaufwand dorthin zu lenken, wo das meiste Geld liegt.

Wie berechnet man eine ABC-Analyse?

In sechs Schritten: Jahresverbrauchswert je Artikel als Menge mal Einstandspreis bilden, absteigend sortieren, den Prozentanteil je Artikel berechnen, die Anteile von oben nach unten kumulieren, die Klassengrenzen bei etwa 80 und 95 Prozent ziehen und je Klasse eine eigene Bestellregel festlegen.

Wo liegt die Grenze zwischen A, B und C?

Bei rund 80 Prozent des kumulierten Werts für A und rund 95 Prozent für das Ende von B. Diese Marken sind Konventionen und keine Rechenergebnisse. In der Praxis fällt die Marke fast immer zwischen zwei Artikel, dann wird der nähere Wert genommen und die Wahl kurz begründet.

Was ist der Unterschied zwischen ABC-Analyse und XYZ-Analyse?

Die ABC-Analyse teilt nach Wert ein, die XYZ-Analyse nach Vorhersagbarkeit des Verbrauchs. X bedeutet gleichmäßig, Y schwankend mit Muster, Z unregelmäßig. Gemessen wird über den Variationskoeffizienten. Erst beide zusammen ergeben eine Grundlage für die Wahl der Bestellpolitik.

Welche Daten brauche ich für eine ABC-Analyse?

Je Artikel die Verbrauchsmenge eines vollständigen Jahres und den Einstandspreis. Mehr nicht. Beide Angaben stehen in jedem Warenwirtschaftssystem, meist als Auswertung über die Materialbewegungen. Für die XYZ-Analyse kommen die Verbrauchsmengen je Monat dazu.

Warum sind C-Artikel trotzdem wichtig?

Weil die Klasse den Wert misst und nicht die Bedeutung. Ein Artikel für wenige Cent kann eine Montage stoppen, wenn er fehlt. Bei C-Artikeln liegt der Hebel deshalb nicht in einem niedrigen Bestand, sondern in einem niedrigen Verwaltungsaufwand bei reichlich Bestand.

Wie oft sollte eine ABC-Analyse wiederholt werden?

Einmal im Jahr als fester Turnus, zusätzlich nach größeren Sortimentsänderungen. Die Analyse beschreibt ein vergangenes Jahr. Neu eingeführte Artikel landen mit einem Teiljahresverbrauch zu weit unten, ausgelaufene bleiben zu weit oben.

Wissen Sie, welche Artikel Ihr Kapital binden?

Im Erstgespräch klären wir unverbindlich, wie Ihr Sortiment verteilt ist und welche Klassen sich mit welchem Aufwand steuern lassen.

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